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Hausdurchsuchung wegen Drogen

Hausdurchsuchung wegen Drogen: Wegen Drogen kann schneller eine Hausdurchsuchung stattfinden, als vielen klar ist – der richterliche Schutz der eigenen vier Wände ist in den letzten Jahren nochmals deutlich löchriger geworden, als man es ohnehin schon wahrgenommen hat. Die Umstände, die zu einer Hausdurchsuchung führen können, reichen dabei von obskur bis zu grenzwertig.

Drogen führen zur Hausdurchsuchung

Natürlich sollen kleinste Mengen an Betäubungsmitteln nicht zu einer Hausdurchsuchung führen. Es kommt aber sehr krass auf die jeweiligen Besonderheiten an.

Manchmal ist es wie in schlechten Krimis, wenn etwa einer meiner polizeibekannten Mandanten bei einer „Verkehrskontrolle“ angehalten wird, durchsucht wird, man findet eine kleine Menge Gras – und am Ende kommt ein konstruierter Durchsuchungsbeschluss heraus. Oder es findet eine „freiwillige“ Durchsuchung statt, bei der am Ende herauskommt, dass ein Polizist sich schlicht mit den Worten „wir können uns ja mal umsehen“ den Haustürschlüssel nahm, während der Mandant im Gewahrsam saß. Klingt nach autokratischen Staaten, ist aber in einem benachbarten Landkreis schon vorgekommen. Das gute ist, dass danach das Verfahren so vergiftet ist, dass da ohnehin nichts mehr rauskommt.

Doch die alltäglichen Vorgänge haben im Regelfall etwas mit dem eigenen Verhalten im Internet zu tun: Ich habe erlebt, dass bei einem Familienvater, der sich in einem Internetforum über eigenes Anbauen informiert hat, unter Vorlage der Ausdrucke aus dem Forum ein Durchsuchungsbeschluss erlassen wurde; ebenso bei etwas umfangreicheren Bestellungen von Drogen im Internet, wobei schon eine Handvoll Amphetamin-Bestellungen reichen kann, um die Polizei morgens begrüßen zu können.

Hausdurchsuchung wegen Drogen: Rechtsanwalt Jens Ferner, Fachanwalt für Strafrecht, hilft bei Hausdurchsuchung wegen Drogen

Eine Hausdurchsuchung wegen Drogen findet insbesondere im Cannabis-Umfeld schneller statt als man meint!

Anonyme Hinweise führen zur Hausdurchsuchung wegen Drogen

Besonders beliebt aber sind anonyme Hinweise – und da gibt es viele Tippgeber mit eigenen Interessen: Verärgerte Vermieter, bissige Nachbarn, verprellte Ex-Freundinnen, gar eigene Geschwister habe ich allesamt schon in Akten gehabt. Zwar anonym in der Akte, aber auf Grund der Gesamtumstände konnte man sie immer ausgezeichnet zuordnen.

Dabei lässt der rechtsstaatliche Untergrund hier mitunter stark nach. Die meisten Ermittlungsrichter verlangen nach weiteren Indizien neben dem anonymen Hinweis, etwa Wärmebildaufnahmen, Berichte von Nachbarn über hohe Besucherfrequenzen oder Stromverbrauch. Zumindest ein Vermerk über den Tippgeber und seinen Eindruck sollte man anfertigen. Das ist aber nicht zwingend, ich habe eine Vielzahl von Verfahren, in denen der schlichte Vermerk über einen anonymen Hinweis ohne irgendein Fundament zur Durchsuchung führt.

Kein Kleinkram: Durchsuchung wegen Drogen

Wenn ich von den Ausreißern in meinem Alltag absehe, ist es im Großen und Ganzen aber so, dass eine Hausdurchsuchung wegen Drogen vorwiegend dann eine Rolle spielt, wenn realistisch eine nicht geringe Menge an Betäubungsmitteln im Raum steht. Man sollte sich nicht vertun, wie schnell diese Grenze erreicht ist, bei Cannabis etwa reichen ja bereits 7,5 Gramm Wirkstoffgehalt. Bei dem durchschnittlichen Wirkstoffgehalt von Gras in unserer Region ist das bereits mit 50 Gramm Gras erreicht (das mag in Süddeutschland nach viel klingen, in den moderner denkenden Bundesländern holt das aber keinen hinter dem Ofen hervor). Und das Ergebnis: 1 Jahr Mindestfreiheitsstrafe, die Hausdurchsuchung wegen Drogen ist da gewissermaßen vorprogrammiert, weil man schnell ein Handeltreiben vermutet.

Auch die ständigen Diskussionen über eine Legalisierung von Cannabis helfen wenig: Solange es nicht legalisiert ist, interessiert nur der Ist-Zustand im Gesetz. Das mag ärgern, ist aber so. Und selbst wenn wir es wirklich erleben werden, darf man sich darauf verlassen, dass die gesamte Lieferkette von der Erzeugung bis zur Abgabe streng reguliert sein wird. Ich kann nur vermuten, dass eine einzelne Cannabis-Pflanze im Wohnzimmer dann nicht mehr interessiert; aber alles mit „Umfang“, insbesondere wenn man Plantagen oder zumindest Grow-Zelte nutzt, wird weiter verfolgt werden und zur Hausdurchsuchung wegen Drogen führen.

Drogenfund bei Durchsuchung

Nicht reden!

Die Menschen neigen bei einer Hausdurchsuchung dazu, „zu plappern“. Sie bekommen es nicht schöner geredet, halten Sie den Mund. Sie können durch eine falsche Wortwahl einen erwiesenen Drogenfund noch viel schlimmer machen, etwa wenn Sie sich bei einer Menge, die noch überschaubar ist in eine Gewerbsmäßigkeit hineinreden.

Informieren

Sie machen es gerade schon richtig, indem Sie erst einmal lesen und sich informieren. Nicht in Aktionismus verfallen, keine vorschnellen Stellungnahmen abgeben: Ermittlungsverfahren dauern lange in Deutschland, sich frühzeitig verteidigen ist klug, es im Blindflug zu tun ist dumm.



Ab zum Anwalt?

Es gibt eine sehr einfache Faustformel zur Orientierung: Wenn der Begriff „nicht geringe Menge“ im Durchsuchungsbeschluss auftaucht, diese gefunden wurde oder ihr Beruf nicht einmal ein kleines BTM-Delikt verträgt (öffentlicher Dienst oder Einsatz in Sicherheitsrelevanten Bereichen): ab zum Anwalt.